Tipps für Ihren Törn in Südkroatien
Dubrovnik – die Perle der Adria
Die Titulierung „Perle der Adria" ist nur eine von vielen Auszeichnungen, die die südkroatische Stadt Dubrovnik ihr eigen nennt. Die Ausnahmestellung der Altstadt Dubrovniks in Punkto kulturellem Erbe wird durch das 1978 von der UNESCO erteilte Prädikat „Weltkulturgut“ nochmals bekräftigt. Schon im 7. Jahrhundert von griechischen Flüchtlingen gegründet, hat Dubrovnik nicht nur Geschichte geschrieben, die imposante Stadt ist bis heute geradezu ein Geschichtsbuch, für das sich auch der Chartersegler mehr als nur einige wenige Stunden Zeit nehmen sollte.
Der Hafen von Dubrovnik liegt am Ende des Kanals der Rijeka Dubrovačka, der rund 4 Seemeilen ins Land schneidet. Geschickt hat man Teile eines ehemaligen Herrenhauses in die Marinaanlage integriert und die Besucher wandeln zwischen Hafenbüro, Restaurant und den sanitären Anlagen.
Nach Gründung und römischer Vorherrschaft und byzantinischem Protektorat bekam das ehemalige Ragusa seine Selbstständigkeit, jedoch unter dem Schutz Venedigs. Doch die stark expandierende Stadt wollte mehr, man kräftigte seine Position durch geschickte Diplomatie, die bald zu einer mächtigen Handelsflotte führte. Dubrovnik teilte das ganze Einflussgebiet in Fürstentümer auf und besaß diplomatische Beziehungen bis in die Türkei.
1667 warf ein furchtbares Erdbeben die zur Metropole gewachsene Stadt um fast ein Jahrhundert zurück. Österreichische Einflüsse prägten Dubrovnik nach 1815, doch verlor die Stadt parallel die Bedeutung als Handelszentrum.
Nicht einmal der Status „Weltkulturgut“ konnte verhindern, dass zwischen 1991 und 1995 die Perle der Adria drei Monate lang von der serbischen Armee beschossen wurde und dabei besonders die Altstadt immense Schäden davontrug. Heute ist davon jedoch nichts mehr zu sehen. Der Altstadtkern ist mehr als je zuvor zum Ziel Tausender von Touristen geworden, einschließlich zahlreicher Kreuzfahrer, die sich täglich auf der Reede drängeln und ihre Gäste per Boot in die Stadt übersetzen.
Insidertipps für Dubrovnik
Die beste und nachhaltigste Art sich Dubrovnik zu Fuß zu „erobern" ist der kostenpflichtige Rundgang auf der beeindruckenden, zwei Kilometer langen, bis zu 6 Meter breiten und 25 Meter hohen Wehrmauer. Das kolossale Bauwerk hielt damals allen Angriffen stand und beeindruckt auch heute durch seine strategisch beeindruckende Anlage mit zahlreichen Türmen und Bastionen. Nahezu zwangsläufig wird man beim „Mauerbummel" auch mit den übrigen Sehenswürdigkeiten der Stadt konfrontiert; dem Pile-Tor, dem großen Onofrio-Brunnen, dem Franziskanerkloster und der Rolandsäule. Natürlich gehört ein Gang über die Placa bzw. den Stradun, die quer durch die Stadt verlaufende Hauptgeschäfts- und Flaniermeile zum Pflichtprogramm auch für Segler. Niemand wird sich dabei der besonderen Ausstrahlung Dubrovniks entziehen können, man glaubt noch immer etwas von der Macht Ragusas zu spüren, fühlt sich besonders im Zentrum der alten prachtvollen Gebäude um Jahrhunderte zurückversetzt.
Da der alte Hafen Dubrovniks nicht von Sportbooten angelaufen werden darf, befinden sich die Yachtliegeplätze ausschließlich im Revier des fjordartigen Flusses Gruž. Hier ist besonders die ACI-Marina Komolac zu erwähnen, ganz am Ende des Flusses, unmittelbar am Dorf Komolac. Es gibt beste Busverbindungen - Linie 1A und 1 B nach Dubrovnik - und im Dorf preiswerte Einkaufsmöglichkeiten. Aber auch wer im Hafen Gruž liegt, hat Supermärkte, Post, Bank und alles Notwendige unmittelbar vorm Liegeplatz.
Für das Abendessen in Dubrovnik kommt man nicht um eine Stippvisite in der Fressgasse „Prijeko" herum. Ein Lokal reiht sich ans andere und die Kellner übertreffen sich mit Sonderaktionen und „speziellen Arrangements", um ihre Plätze besetzt zu bekommen. Wer es gediegener mag und bereit ist, tiefer in die Bordkasse zu greifen, sollte sich das Restaurant „Proto" merken mit aus dem üblichen Einerlei fallenden, sehr schmackhaften Fisch- und Fleischgerichten.
Für den „Absacker" bietet die Altstadt zahlreiche Cafés, die in den Abendstunden unterschiedlichste Livemusik bieten und zum Treffpunkt eines wirklich internationalen Publikums werden. Eine interessante, kosmopolitische Szene, die Segler, Pauschaltouristen, Kreuzfahrergäste, Kulturbeflissene und einheimische Künstler zusammenbringt.
Nach dem Touristenrummel in Dubrovnik, empfiehlt es sich geradezu Kurs auf die beschauliche Insel Mljet zu nehmen. Grundsätzlich sind die Entfernungen zwischen den einzelnen Häfen in Süddalmatien größer als im Norden, so dass die Touren sorgfältiger geplant werden müssen. Ankerbuchten weist die Seekarte jedoch nahezu hinter jeder zweiten Felsenecke aus. Ändert sich das Wetter, hat man also beste Möglichkeiten sich schnell in eine sichere Ecke zu verkriechen.
In der Bucht von Polace, findet man die Ruine einer altchristlichen Basilika aus dem 5. Jahrhundert. Vor der alten römischen Palastanlage hat man Moorings ausgebracht, es gibt Wasser an der Pier, einen Minimarkt und mehrere Restaurants. Bei Seglern beliebt ist das „Stella Maris" am Ende der Bucht, das eigene, sichere Moorings ausgelegt hat.
Auf den Spuren Marco Polos
Nach einer herrlich ruhigen Nacht und einem ausgiebigem Frühstück mit Blick auf die seit frühem Morgen tätigen Fischer, sollten Sie Kurs auf die Nachbarinsel Korčula nehmen und als Ansteuerungspunkt eine der vorgelagerten Inseln des Pelješki-Kanal nehmen. Aber Achtung – bei härteren Bedingungen kann der Weg zwischen Mljet und der Halbinsel Pelješac - der Mljetski-Kanal - zur unangenehmen Passage werden kann. Passiert man an Steuerbord Orebić, hat man schon Korčula, die Geburtsstadt Marco Polos im Blick.
Vom Wasser kommend wird deutlich, warum viele Besucher Kroatiens Korčula als eine der schönsten Städte der ganzen Inselwelt bezeichnen. Wehrhaft zentriert sich der Altstadtkern auf der kleinen Halbinsel, dominiert von der Kathedrale St. Marko und der hohen wuchtigen Stadtmauer. An der Westseite der Altstadt liegt die ACI-Marina Korčula mit allen notwendigen Einrichtungen auch für einen längeren Aufenthalt. Durchstreift man die Stadt, fällt einem nicht nur der ausgeklügelte Grundriss auf, der einen fast lückenlosen Ausblick aufs Meer ermöglicht, sondern man begegnet auf Schritt und Tritt Korčulas großem Sohn, Marco Polo. 1254 soll der Weltreisende und Entdecker hier geboren sein und neben seinem Geburtshaus erinnert ein jährlich ausgetragenes Seeschlachtspektakel an die Gefangennahme Marco Polos im Jahre 1298 durch die Venezianer. In Korčula befindet sich auch ein gleichnamiges Zentrum, das sich mit der Pflege seines Kulturerbes beschäftigt.
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