Einige Insider-Tipps für Ihren Yachturlaub
Kornati und Hvar – Traumziele für Ihren Törn
Mit dem Flieger morgens in eineinhalb Stunden von Frankfurt nach Split und vor dem Mittagessen kann man bereits seine Yacht in der ACI-Marina vis à vis dem prächtigen Diokletian-Palast übernehmen.
Die unproblematische Anreise an die Küste Kroatiens — vom Süden Deutschlands sogar mit dem Auto möglich — ist sicher ein Hauptgrund für die Beliebtheit des Landes als Charterrevier. Nach dem Krieg dauerte es fast ein Jahrzehnt bis Kroatien die Folgen der Auseinandersetzungen von 1991 bis 1995 überwand und sich wieder als eines der attraktivsten Urlaubsziele Europas empfehlen konnte.
Zu Kroatien gehören rund 1800 Kilometer Küste des Adriatischen Meeres - die Küstenlinien der 1185 Inseln sind dabei gar nicht mitgezählt.
Das mediterrane Klima ermöglicht Wassersport bis weit in den Herbst hinein, wobei die Regionen Mittel- und Süddalmatiens naturgemäß wärmer sind als der Bereich um Istrien im Nordwesten des Landes. Bemerkenswert ist die große Zahl gut eingerichteter Sportboothäfen, ergänzt durch kommunale Einrichtungen in den Stadthäfen und privat betriebene Steganlagen in der Inselwelt. Die Vegetation ist äußerst abwechslungsreich. Üppig, auch im Sommer grüne Hänge, Lorbeer und Ginsterbüsche dominieren auf einigen Inseln, während es auch wieder karge, von der Bora leer gefegte Regionen gibt.
Das Wasser ist sauber, das Essen mediterran geprägt und abwechslungsreich, beeinflusst von österreichischer und italienischer Kochkunst. Es gibt eine Reihe ausgesprochen guter Weine und trotz anziehender Preise ist der Restaurantbesuch an der kroatischen Küste noch immer relativ preiswert.
All dies sind Gründe, die das Revier auch für Chartersegler und Chartermotorbootsportler interessant machen und Kroatien in den letzten Jahren im Segment „Charter“ erstaunliche Zuwachsraten bescherten.
Der Reiz der dalmatinischen Küste
Der unvergleichliche Reiz der dalmatinischen Küste liegt zweifellos auch in ihrer Geschichte, die bis heute in ihren Hafenstädten, Bauwerken, Monumenten und zahlreichen anderen Einflüssen deutlich wird. Wer in Korčula, Primošten, Trogir, Split, Hvar und natürlich Dubrovnik durch die alten Gassen schlendert, sieht die Spuren der Römer, Byzantiner und natürlich der Venezianer. Wo heute Charteryachten liegen, wurden vor Tausenden von Jahren Galeeren und Frachtensegler entladen. Viele Häfen dienten nicht nur als Umschlagplätze, sondern auch als wichtige Bastionen zum Schutz des Hinterlands. Genießen Sie Kroatien also als die Nahtstelle vieler Kulturen, sowie als Verbindungsglied zwischen Orient und Okzident.
Besonders reizvoll für einen Törn sind zweifellos die Kornaten, eine märchenhafte Inselgruppe unweit der Marina Murter bei Šibenik. Die nahezu baumlosen Inseln sind ein ungewöhnliches, in sich abgeschlossenes Naturparadies, die auf einem Törn erkundet werden kann.
Nicht weit entfernt ist die Touristenhochburg Primosten, dessen alter Ortskern sich auf einer Insel ballt, die durch einen Damm mit dem Festland verbunden ist. Der Hafen liegt unmittelbar am Stadteingang, so dass sich die Gassen zu Fuß erobern lassen. Strom und Wasser gibt es am Kai, die Versorgung ist bestens, einzig die Liegegebühren sind ohne besonderen Service recht hoch. Selbst für das Ankern - am eigenen „Eisen" im erweiterten Hafenrund muss bezahlt werden. Zusätzlich verlangen die Vertreter der Hafenbehörde einen Bonus, welcher in etwa der in Deutschland erhobenen Kurtaxe entspricht.
Unterwegs von den Kornaten in den Süden
Die terrestrische Navigation entlang der Festlandküste ist einfach, wenn die passierten Inseln sorgfältig „abgehakt" werden. Trotz der vielen Inseln, aufgereiht wie Perlen auf einer Schnur, macht das Segeln großen Spaß, denn es gibt nur wenige Untiefen im durchweg tiefen Wasser. Es kann empfohlen werden einen Segeltag ausgehend von den Kornaten in Drvenik Veli abzuschließen. Dies ist ein verschlafener Ort, der nur zu den Ankunftszeiten der Fähren aus Split aufwacht. Hinter der schützenden Mole - eine geplante Marina harrt auf ihren Baubeginn - liegt man im Päckchen. Besser man sucht sich einen Platz an einem der vielen kleinen Stege oder macht an halb verfallenen Kaianlagen fest. Die Versorgung ist dürftig, aber es gibt eine ganze Reihe recht ordentlicher Konobas.
Nach dem nächtlichen Aufenthalt im beschaulichen Drvenik Veli, empfiehlt es sich am nächsten Tag an der Innenseite der lang gestreckten Insel Šolta entlang Kurs auf Milna auf der Insel Brač zu nehmen, das sich malerisch in das Ende einer fjordartigen Bucht schmiegt. Der noch recht junge Ort wird dominiert vom Schlot einer Fischfabrik und türkisfarbenen Fensterläden an vielen Marmorfassaden. Das ehemalige Fischer- und Weinbauerstädtchen Milna ist aufgrund fehlender Strände kein richtiges Touristenzentrum, es lebt aber von der Versorgung der angrenzenden Urlaubsregionen. So gibt es zum Beispiel einen Gemüsemarkt gegenüber der gepflegten ACI-Marina Milna, die über alle benötigten Versorgungseinrichtungen verfügt.
Wenn Sie von Milna nicht genug haben, können Sie ja gleich die gleichnamige Ortschaft auf der Insel Hvar aufsuchen. Es empfehlen sich Badestopps in den Buchten der stark zerklüfteten Nordseite Hvars. Schon die Passage des Pakleni-Kanals mit dem Insel-Arrangement von Sveti Klement an der Steuerbordseite lädt zum Verweilen ein. Und wenn sich Backbord die Hvar-Bucht mit Blick auf die wie ein Amphitheater angelegte Stadt öffnet, kann sich wohl kaum jemand der Anziehungskraft des ehemaligen Bischofssitzes entziehen.
Märchenhaftes Hvar
Das Hafenrund wird dominiert durch große Palmen, prächtige Renaissancepaläste und alte Kapitänsvillen, die sich den Berg bis zur alten, abends beleuchteten Festung hinaufziehen. Besonders sehenswert sind neben der Festung auch die Benediktinerabtei, die ehemalige französische Garnison, auch Napoleonfestung genannt, und der große offene Stadtplatz. Überall trifft man in den blumengeschmückten Gassen auf Lavendel- und Rosmarin-Stände. Fast jedes Dorf hat seine eigene Destillierwerkstatt. Das Angebot an Restaurants ist ungewöhnlich vielfältig, ebenso wie das Nachtleben in der Touristenhochburg.
Grundsätzlich stellt sich aber einem Skipper beim Hvar-Besuch die Frage nach dem alternativen Liegeplatz in der ACI-Marina Palmižana. Denn am überfüllten Stadtkai bekommt man kaum Nachtruhe und die Hafenbucht ist in der Saison chaotisch mit Ankerliegern übersät, so dass man schon der guten Seemannschaft wegen Ausschau nach besseren Liegeplätzen halten sollte - und die gibt es sozusagen „schräg gegenüber" auf den Hvar schützend vorgelagerten Pakleni-Inseln. Die ACI-Marina Palmižana gehört dank ihrer Lage und Konzeption zu den schönsten Anlagen Kroatiens. Wasser und Strom an den Stegen sind ebenso selbstverständlich wie ein „Taxiboot-Service" nach Hvar. Das funktioniert hervorragend, doch aufgepasst - was am Tage zu akzeptablen Preisen passiert, kostet in der Nacht schon etliche Kuna mehr.
Ein Insidertipp in Hvar ist das direkt an der Uferpromenade gelegene „Capitano", mit hervorragenden Fisch- bzw. Fleischgerichten. Ebenso einen Besuch wert ist das Lokal „4 Palmen" ebenfalls am Hafenbecken mit der Betonung auf gegrilltem Fisch. Eine besondere Spezialität gibt es im Restaurant „Panorama": etwas außerhalb auf dem Berg von Vira pflegt man das „Peka"-Rezept. Unter einer gusseisernen Glocke wird Lamm- oder Kalbsfleisch gebraten – ein einzigartiger Genuss.
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