Die Marina Kastela zwischen Split und Trogir
EINE NEUHEIT AUF DER KROATISCHEN SEEKARTE
Die Bucht der sieben Kastela gehört zu den schönsten Buchten Dalmatiens. Sie soll zu einem wichtigen Mittelpunkt des Bootstourismus in Kroatien werden.
Die Kastelanski-Bucht säumen im Osten und Südosten das Spliter Stadtgebiet mit der Landzunge Marjan und im Westen das Städtchen Trogir, während sie im Süden durch die vorgelagerte Insel Ciovo abgeschirmt wird. Ihre Abgrenzung auf nördlicher Seite bildet der Kozjak-Berg, von dessen Hängen der Jadro herabfließt, der in römischen Tagen den Palast Kaiser Diokletians mit Wasser speiste.
Die Bucht übte schon in der Antike einen Zauber auf Zuwanderer aus. Davon zeugt das von illyrischen Stämmen gegründete Salona (heute Solin), das an der Einmündung des Jadro in die Adria liegt und zu den ältesten Städten an der adriatischen Ostküste gehört. Am Westausläufer der Bucht entstand die griechische Siedlung Tragurion (das heutige Trogir). An ihrem Ostausläufer ließ Kaiser Diokletian einen mächtigen Palast erbauen, den er sich als Alterssitz wählte. In jenen fernen Tagen wurden diese Küsten von griechischen und römischen Schiffen angelaufen, die somit eine nunmehr über 2000 Jahre anhaltende Schifffahrttradition begründeten.
Die insgesamt sieben Kastelle (kroat. Kastela) sind im 15. und 16. Jahrhundert unabhängig voneinander als Burgen und sich anlehnende Siedlungen entstanden. Hierher flüchtete sich die Bevölkerung der umgebenden Landstriche in den Zeiten der Türkengefahr. Die Kastelle sind bis heute erhalten geblieben und zeugen von der Festungsbauweise der Renaissance. In späterer Zeit entwickelten sich daraus wunderschöne kleine Ortschaften, die auf eine reiche Tradition zurückblicken können: Kastel Sucurac, Kastel Gomilica, Kastel Kambelovac, Kastel Luksic, Kastel Stari, Kastel Novi und Kastel Stafilic. Heute ist Kastela ein einziger Ort, ein nahezu lückenlos besiedelter Raum, der Split und Trogir miteinander verbindet. Im Schatten des aufstrebenden Split und seiner in den Vorstädten gelagerten Industrie jedoch rückte die mediterrane Identität dieses Landstrichs für viele Jahrzehnte in den Hintergrund. Erst mit dem Bau der Marina in Kastel Gomilica und dem Öko-Projekt „Kastelanski zaljev" werden die Industrieanlagen auf der Nordost-Seite der Kastelanski-Bucht nach und nach aufgegeben, um den Naturhaushalt dieses geographischen Raums wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das Meer und der Fremdenverkehr und der Bootstourismus sollen die Grundlage für die Wirtschaftsentwicklung der Zukunft darstellen - so wie es Seefahrt und Fischerei in den vergangenen Jahrhunderten waren.
Für eine solche Neuorientierung sprechen zahlreiche Gründe. Zunächst einmal gilt zu bedenken, dass südlich der Kastelanski-Bucht der schönste Teil der adriatischen Inselwelt liegt: die Drvenik-Inseln sowie Solta, Brac, Hvar, Vis und Bisevo sind alle in relativ kurzer Zeit erreichbar. Etwas weiter südlich liegen Korcula und Lastovo, und nur etwas mehr als 50 Seemeilen in nordwestlicher Richtung sind es bis zum Inselreich der Kornaten. Die reiche Gliederung des Küstenverlaufs, zahlreiche Hafenorte und malerische Buchten sind wie geschaffen für Bootsfreunde und bieten schier unbegrenzte Ankermöglichkeiten. Ein zusätzlicher Reiz ist die mediterrane Lebensweise, die jeden Urlaub zu einem unvergesslichen Erlebnis macht. Was also könnte logischer sein, als sich die Marina Kastela zum Heimathafen zu wählen und von hier aus Erkundungsfahrten in die mitteldalmatinische Inselwelt zu unternehmen?
Das Projekt der Marina Kastela sieht von Anfang an vor, die Anlage harmonisch in die landschaftlichen und räumlichen Gegebenheiten der alten Ortschaften am Nordufer der Kastelanski-Bucht zu integrieren. Zum Bau wählte man eine Stelle, die ursprünglich so gut wie nicht besiedelt war, und verwandelte sie in ein Ambiente, das sich auf natürliche Weise in die Landschaft fügt. Beim Bau von Kais, Wellenbrechern und Anlegern beschränkte man sich jedoch nicht allein auf das Gelände der Marina, sondern renovierte den gesamten Uferverlauf, der zwischen der Marina und dem historischen Ortskern von Kastel Gomilica liegt. Diese Zone soll ausschließlich Badegästen vorbehalten sein. Die Marina ist so projektiert, dass man in allen ihren Anlagen den Lebensalltag in Kastela unmittelbar miterleben soll. An die Marina schließt sich direkt der Sporthafen an, in dem die Kastelaner ihre Barken und Boote vertäut haben. In der Marina selbst werden der örtliche Segel- und Ruderklub untergebracht sein, die zusammen mehr als 300 aktive Mitglieder zählen. Auf dem Marina-Gelände begegnet man auch gemütlichen Rentnern, die am Wellenbrecher ihr Anglerglück versuchen, während die Fischer wie in früheren Tagen in der Bucht auf Tintenfischjagd gehen. Eine solche Stimmung soll in der Marina auch in Zukunft gepflegt werden: Statt nur ein Schauplatz zu sein, an dem Ein- und Auslaufmanöver im Schnellverfahren abgewickelt werden, soll dieser Ort ein Eigenleben haben und jeden, der hierher kommt, am Geschehen teilhaben lassen.
Die Marina Kastela wird von einem 250 m langen und im letzten Drittel abgewinkelten Wellenbrecher gegen Süden und Südwesten abgeschirmt. Sie wird insgesamt 420 Liegeplätze haben, davon allein etwa 50 für Megayachten, sowie 200 Stellplätze. Die Wassertiefe beträgt zwischen 2,5 m und 8 m an den Anlegern und bis zu 10 m an der Außenseite des befeuerten Wellenbrechers. Die Anleger sollen den Yachten der Charterbasis vorbehalten bleiben, die Liegeplätze an der Innenseite des Wellenbrechers wiederum Gastyachten und größeren Seefahrzeugen, für deren Aufnahme die erforderliche Infrastruktur besteht. Für Megayachten ist die Außenseite des Wellenbrechers bestimmt. Die Marina verfügt über eine eigene Charterflotte — Bavadria - mit Seglertreffpunkt in Graz, wo sich regelmäßig viele Sportschiffer zusammenfinden, die den Charter-Service von Bavadria in Anspruch nehmen oder selber Eigentümer von Yachten sind, deren Heimathafen sich in Kastela befindet. Außer zu Geselligkeit und dem Austausch von Segelabenteuern dienen die Grazer Treffen zur Vermittlung theoretischer Segelkenntnisse, während der praktische Teil dann später in der Adria stattfindet. Zu den Service-Einrichtungen der Marina gehören: ein 60-t-Travellift, ein 5-t-Kran für kleinere Seefahrzeuge, ein 40-t-Carrello sowie ein Bootswartungsdienst, der für alle Reparaturen ausgerüstet ist. Die Arbeiten am Verwaltungsgebäude gehen ihrem Ende zu. Hier werden die Rezeption, ein Supermarkt, eine Cafe-Bar und ein Warteraum für Charter-Gäste untergebracht sein. Rechtzeitig zum Beginn der Segelsaison 2005 soll auch das Restaurant Bimbijana seine Türen öffnen. Den Gästen der Marina stehen insgesamt 437 Parkplätze zur Verfügung.
Abschließend sei einer der wichtigsten Vorzüge der Marina Kastela erwähnt: Ihre verkehrsgünstige Lage erlaubt jedem Besucher eine schnellstmögliche und sichere Anreise. Der Flughafen ist nur wenige Kilometer entfernt, und mit der neuen Autobahnverbindung zwischen Split und Zagreb hat sich die Anfahrtszeit für diejenigen, die über die kroatische Hauptstadt aus dem In- und Ausland anreisen, verkürzt. Dank der Nähe Splits bietet sich aber auch die Anreise per Zug oder mit der Fähre aus Italien an.
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