Tour Split - Lastovo - Split

Vom Split nach Lastovo und zurück

GEHEIMNISSE DER ADRIA – VON SPLIT NACH LASTOVO UND ZURÜCK

Zugegeben, von Split bis zur süddalmatinischen Insel Lastovo ist es nicht gerade ein Katzensprung, doch für eine erfahrene Mannschaft ist diese Strecke ohne größere Schwierigkeiten zu bewältigen. Unterwegs erwarten Sie viele schöne Ankerbuchten und Häfen, in denen sie die dalmatinische Inselwelt hautnah erleben können.

Es gehört zu den schönsten Erlebnissen eines Bootssportbegeisterten, aus Split zu einem Törn aufzubrechen. Zum einen deshalb, weil die der mitteldalmatinischen Metropole vorgelagerte Inselgruppe zum Schönsten gehört, was Kroatien in diesem Landesteil zu bieten hat. Zum anderen hat Split ein so einzigartiges, typisch mediterranes Flair, wie man es kein zweites Mal findet. Beim Verlassen des Hafens bereitet lediglich eine Frage Kopfzerbrechen: Wohin sich wenden? Die Auswahl ist beliebig und grenzenlos, und obendrein liegt jedes Törnziel geradezu zum Greifen nahe.

Wie man sich letztendlich entscheidet, hängt natürlich davon ab, wie viel Zeit man hat und wie die Wetterlage ist. Nehmen wir aber nun mal an, es ist Sommeranfang und es stehen Ihnen volle sieben Tage zur Verfügung. Sie stehen am Steuer einer modernen Segelyacht, die Sie, wenn Sie wollen, bis zu den Kornaten bringen kann; aber auch vor den Toren Splits, in den nördlichen Inselgewässern von Drvenik, Solta und Brac sind Sie damit ganz gut bedient. Aber vielleicht sind Sie doch eher für eine „klassische" Route - also für Vis und Hvar? Oder es steht Ihnen der Sinn danach, bis ganz nach Korcula und Lastovo auszuholen?

Im Folgenden stellen wir Ihnen die Vorzüge des letzteren Vorschlags dar. Zu einem Törn nach Korcula und Lastovo werden sich nicht viele Bootstouristen entschließen, die Split als Ausgangshafen nehmen - immerhin gilt es, in sieben Tagen 150 Seemeilen zurückzulegen. Doch bei guter Planung ist dies für eine erfahrene Mannschaft ohne weiteres zu bewerkstelligen. Und macht auch das Wetter mit, hat man es noch mal leichter. Sollte Ihnen Petrus aber nicht gewogen sein, kann man das eine oder andere Ziel immer noch auslassen, um gegebenenfalls schneller nach Split zurückkehren zu können.


Zu den Höhlen-Inseln Pakleni Otoci

Wenn man sich als Ziel die weit in die Südadria vorgeschobene Insel Lastovo nimmt, sollte man schon am ersten Törntag eine etwas anspruchsvollere Etappe meistern und die 20 Meilen entfernte Marina Palmizana auf Sveti Klement, dem größten Eiland der Pakleni-Inselgruppe ansteuern. Man sollte zusehen, dass man vor ein Uhr nachmittags losfährt, um den sommerlichen Maestrale nutzen zu können und noch vor Einbruch der Nacht anzukommen. Ein Ausflug nach Palmizana empfiehlt sich aber in erster Linie außerhalb der Feriensaison der Italiener, die in der Zeit des Ferragosto (August) die kroatische Adriaküste geradezu stürmen. Solange nämlich die Italiener da sind, gibt es in Palmizana schon ab zwei Uhr nachmittags kein einziges freies Plätzchen mehr. In diesem Fall ist es besser, man verbringt die Nacht in Stari Grad auf Hvar oder in einem Seitenarm der Tiha-Bucht. Allerdings erwartet einen dann am anderen Tag ein etwas längerer Weg. Wenn man also den Sommeranfang als Zeitpunkt für den Törn wählt und keine Invasion vonseiten der Italiener droht, kann man bedenkenlos auf die Pakleni-Inseln zusteuern. Wer Kroatisch versteht, wird beim Wort „pakleni" sofort an Hölle denken (von pakao, zu dt. Hölle), doch ist diese Bedeutungsableitung nicht korrekt. Das Archipel verdankt seinen Namen dem Erdpech (kroat. paklina), das früher hier gewonnen und zum Kalfatern der traditionellen Holzbarken verwendet wurde.
Die Inseln sind also alles andere als „höllisch" - im Gegenteil, sie sind geradezu paradiesisch! Über die Art und Weise, wie man es am schlauesten anstellt, aus Split auszulaufen und Kurs zu nehmen auf die zwischen Solta und Brac gelegene Meerenge Splitska vrata, ist mehr oder weniger alles gesagt worden. Die größte Herausforderung ist in diesem Zusammenhang die Frage, ob man sich beim Passieren der Meerenge eher in der Nähe von Solta oder Brac halten soll, und welcher Wind wohl an der südlichen Ausfahrt wehen wird. Stellt sich dieser sodann als Maestrale oder als Wind aus Ost oder Nordwest heraus, gibt es nichts Schöneres mehr, als auf die Landzunge Rt Pelegrin am Westzipfel von Hvar zuzuhalten und zuletzt in den Pakleni-Kanal einzuschwenken. Bei Jugo ist die Überfahrt über den Hvarski-Kanal schwieriger und mit mehr Arbeit für die Besatzung verbunden, doch ist die Zufriedenheit bei der Ankunft umso größer.

Die Palmizana-Bucht liegt wunderschön und hervorragend geschützt. Die ihre Ufer säumenden Pinien reichen bis ans Meer heran - ein idealer Ort, um die Seele baumeln zu lassen. Natürlich nur bis zum nächsten Morgen.


Vela Luka

Um Lastovo bei Zeit zu erreichen sollte man natürlich wieder rechtzeitig aufbrechen. Vela Luka an der Westküste von Korcula ist das nächste Etappenziel. Es bietet sich an, zunächst das 16,5 Meilen entfernte Inselchen Proizd vor Korculas Nordwestzipfel anzulaufen und den Tag in seiner herrlichen Lagune mit Baden zuzubringen. Wenn man Glück hat, begegnet man hier Kroatiens legendärem Sänger Oliver Dragojevic, dessen Lieblingsziel Proizd ist.

Sofern kein Jugo weht, sind die frühen Sommermorgen in der Regel windstill, und so kann es sein, dass man einen Teil der Strecke unter Motor zurücklegen muss. Bei günstiger Wetterlage kann man auf der Nordseite von Proizd vor Anker gehen. Selbst in der Hochsaison herrscht hier nie großer Andrang, und der Aufenthalt in der Batala-Bucht entfaltet sich jedes Mal zu einem paradiesischen Genuss. Das Meer ist kristallklar und türkisblau leuchtend - ideal zum Schnorcheln und Muschelsuchen. Am frühen Nachmittag wird es Zeit, nach Vela Luka zu fahren. Doch seien Sie beim Verlassen der Gewässer von Proizd vorsichtig, da dem Inselchen an seiner Nordost-Seite zwei Klippen vorgelagert sind - Prvi und Izvanjski! Südlich von Prvi ist das Wasser nur 2 m tief, also achten Sie auf den nötigen Abstand. Auch in der Durchfahrt zwischen Proizd und Korcula ist Vorsicht geboten, da die Wassertiefe maximal nur 3 m beträgt. Es sind immer noch 4 Meilen bis nach Vela Luka. So weit hat sich nämlich die gleichnamige Bucht ins Innere der Insel Korcula gegraben.
Die Uferpromenade von Vela Luka ist 2004 renoviert worden und bietet sich als guter Liegeplatz an. Sollten Sie am Uferkai selbst kein Plätzchen mehr finden, können Sie auch in einiger Entfernung zum Ufer in der Bucht ankern. Den Abend verbringt man als Besucher gewöhnlich mit Flanieren oder auf der Terrasse eines Cafes. Es kann aber auch vorkommen, dass eine Gruppe von Einheimischen spontan ein A-cappella-Gesangskonzert zum Besten gibt. Die Einwohner von Vela Luka sind nämlich bekannt für ihre musikalische Begabung. Wie bereits erwähnt, Oliver Dragojevic und auch Jasna Zlokic, zwei große Stars des kroatischen Chansons, sind in Vela Luka geboren.


Lastovo (Ubli)

Der Tag der Überfahrt von Vela Luka nach Lastovo sollte in zwei Etappen eingeteilt werden. Am Morgen sollte kräftig ausgeholt werden, um die 16 Meilen zu dem Inselchen Mrcara zurückzulegen. Am schönsten ist es, bei den Rutvenjaci-Inselchen Halt zu machen, die guten Schutz vor dem in den Nachmittagstunden wehenden Maestrale bieten und die beide bis in den Uferbereich dicht mit Pinien bewachsen sind. Von hier bis nach Velji lago, wo man übernachten kann, sind es nur noch 2 Meilen.

Und dort hat man dreierlei Möglichkeiten. Wenn Sie Wasser und Strom benötigen und sich ins Nachtleben von Lastovo stürzen möchten, machen Sie am besten unterhalb des Hotels fest, wo neue Liegeplätze eingerichtet worden sind. Wenn Sie lieber für sich bleiben und irgendwo ankern wollen, fahren Sie nach Jurjeva Luka, in der heute noch halb verfallene Gebäude an eine ehemalige Militärbasis aus jugoslawischen Zeiten erinnern. Die dritte Möglichkeit ist die meist ruhige und verlassene Kremena-Bucht, von wo aus man zum Hotel fahren kann oder sich im Restaurant Papini dvori ein leckeres Fischgericht gönnen kann.


Korcula

Die Rückkehr nach Split beginnt man am besten mit einem Törn in nordöstlicher Richtung, der Sie in das 24 Meilen entfernte Korcula führt. Natürlich könnte man ohne Umwege auf demselben Kurs, auf dem man hergekommen ist, auch wieder zurückfahren oder eventuell ein bisschen weiter ausholen und in Vis vorbeischauen. Wenn man aber Zeit und Lust hat und es obendrein nicht scheut, am Morgen etwas zeitiger aufzubrechen, ist Korcula ein durchaus erreichbares Ziel. Und der Reiz dieser Stadt wird alle Ihre Mühe wettmachen!
Hat man die Ostküste von Korcula erreicht, empfiehlt es sich, in den Gewässern des Inselchens Badija oder eines der anderen nordöstlich vorgelagerten Eilande eine Badepause einzulegen. Doch achten Sie auf Untiefen und Klippen, die es hier zuhauf gibt, die aber allesamt auf der Seekarte eingezeichnet und zum Teil gut sichtbar markiert sind. Nach zwei in der Wildnis verbrachten Tagen schadet es nicht, sich die Annehmlichkeiten eines Aufenthalts in der ACI-Marina zu gönnen. Die Marina ist sehr schön, nur leider etwas beengt.
Wen das durch den Ostwind verursachte Schaukeln und Wellengeplätscher nicht stört, liegt im Sommer an der Außenseite des Wellenbrechers äußerst angenehm. Was einen Landgang betrifft, so wäre es falsch, Ihnen diese oder jene Sehenswürdigkeit zu raten und eine andere auszulassen. Das Beste ist also, Sie nehmen Ihren Rucksack, packen den Fotoapparat oder, noch besser, die Kamera ein und machen sich auf den Weg in die Korculaner Nacht. In welche Richtung Sie sich auch wenden, überall werden Sie die einmalige Atmosphäre dieser historischen Stadt genießen, die zu den besterhaltenen im gesamten Adriaraum gehört. Wen wundert es da, dass die hiesigen Immobilienpreise landesweit zu den höchsten zählen!


Scedro

Wenn Sie mit der Segelyacht unterwegs sind und Korcula in den Vormittagsstunden verlassen haben, steht Ihnen Segelgenuss pur bevor. Nehmen Sie Kurs auf das 22 Meilen nordwestlich liegende Scedro. Die Fahrt geht zunächst durch den Peljeski-Kanal. Kommt in den Nachmittagstunden der aus NW wehende Maestralun auf, werden Sie gegen stärkeren Seegang anzukämpfen haben. Es wird Sie kräftig durchschaukeln, auch werden Sie während der Überfahrt wohl kaum ganz trocken bleiben, doch darin besteht ja auch der Spaß eines Segeltörns. Die Bucht Vela vala bzw. Veli porat an der Nordküste von Scedro, bekannter unter dem Namen Lovisce, den sie ihrem westlichen Seitenarm verdankt, wird Sie für all Ihre Mühen entlohnen. Der Ostausläufer der Bucht heißt Rake, die mittlere Ausbuchtung Srida; diese hat noch den Nebenarm Karakavac. Hier können Sie sich entspannen und die Ruhe genießen. Scedro ist außerhalb der Urlaubssaison unbewohnt. Im Sommer haben in Veli porat jedoch drei kleine Restaurants geöffnet; ein viertes befindet sich in der Nachbarbucht Mostir. Wenn bei Ihnen selbst die Fische mal nicht anbeißen wollen, können Sie dort anfragen, was sich in den Fanggründen der hiesigen Gewässer denn so tummelt. Sie können sicher sein, dass man Ihnen ein leckeres Mahl zubereiten wird. Kommt Bora auf, sollten Sie im südwestlichen Seitenarm der Lovisce-Bucht einen sicheren Ankerplatz aufsuchen.


Milna

Das letzte noch bevorstehende Stück des Törns Split-Lastovo-Split ist sehr lang, daher empfiehlt es sich, es in zwei Teilstrecken aufzuteilen. Wer will, kann die letzte Nacht in Milna auf Brac verbingen. Das bedeutet aber, dass man samstags bereits um sechs Uhr morgens auslaufen muss, um die 11 Meilen bis nach Split in drei Stunden zurückzulegen und die Yacht bis 9 Uhr wieder zurückgeben zu können. Bei ausreichender Disziplin ist das keine schlechte Variante. Dieser Plan erlaubt es, nach der Abfahrt von Scedro den ganzen Tag vor der Südwestküste Hvars zu dümpeln, einen Abstecher nach Milna auf Hvar oder zu den Pakleni-Inseln zu machen. Die besonders Unternehmungsfreudigen werden vielleicht auf ein paar Stunden in Hvar selbst vorbeischauen wollen. Trotz der bevorstehenden 27 Seemeilen bleibt aber immer noch genügend Zeit, um am Nachmittag Brac und die Ortschaft Milna an seiner Südwestküste anzusteuern. Hier kann man sich in der ACI-Marina Milna oder aber in der schönen Marina der Nachbarbucht Vlaska nach einem Liegeplatz umsehen. Den Abend sollte man auf alle Fälle in Milna verbringen. Der Ort war vormals ein wichtiger Hafen. Bis heute hat er sich den Charme einer typisch dalmatinischen Inselortschaft bewahrt und ist von der Bauwut der jüngeren Zeit weitgehend verschont geblieben.


Zurück nach Split

Die zweistündige Überfahrt nach Split vergeht meist in hastigem Packen und Aufräumen. Sind Sie jedoch mit Ihrem eigenen Boot unterwegs, werden Sie wohl erst am Sonntagnachmittag nach Split zurückkehren und können das Wochenende im Einklang mit Ihren Wünschen und Vorlieben gestalten.


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