Kroatischer Wein
Können Sie sich einen Törn oder gar eine längere Kreuzfahrt ohne Wein vorstellen? Wohl kaum. Segeln und Wein sind zwei Begriffe, die einfach zusammengehören. Wenn man am Ende einer geplanten Route den Zielhafen erreicht und ein sicheres Plätzchen gefunden hat, zählt es doch fast zum Pflichtprogramm einer jeden Bootsmannschaft, sich ein Gläschen zu genehmigen, oder nicht?
Der Grund hierfür liegt vielleicht in dem leicht erhöhten Adrenalinspiegel von Seglern bzw. in ihrer Daueranspannung. Denn das Meer flößt selbst den Mutigsten unter ihnen - so sehr sie sein Element auch lieben - Ehrfurcht ein. Und so ist es kein Wunder, dass alle Seefahrer sichere Häfen und Buchten zu schätzen wissen und jedes Anlegen oder Ankerwerfen zum Anlass für eine Feier nehmen, selbst nach einer Fahrt bei absoluter Windstille. Denn erst die Sicherheit eines ruhigen Liegeplatzes gewährt endgültig Schutz vor der Bedrohung, die das Meer in seiner Unergründlichkeit und Unberechenbarkeit stets darstellt.
Im Folgenden finden Sie einige Tipps über die besten Weine auf der langen Nord-Süd-Strecke über die Adria, also zwischen Istrien und Molunat. Zunächst sollte man jedoch wissen, dass die gesamte Geschichte der kroatischen Küstenregion - sei es in Bezug auf Politik, Kultur oder Kunst - von Reben und Wein geprägt wurde. Denn die Traube als Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung und als Lieferant des wichtigsten Getränks bildete die Grundlage für gesellschaftlichen Wohlstand, aber zugleich auch Armut. Dieser Zusammenhang wird schon in zahlreichen historischen Schriften - beginnend in der Zeit der Illyrer und Griechen - dokumentiert; und so wollen wir zu Beginn dieses kleinen Weinbreviers auch auf die geschichtliche Verbindung zwischen Meer und Wein hinweisen. Wie orientieren uns vorzugsweise an küstennah angebauten Weinsorten. Andererseits wollen wir nicht nur die Keller von registrierten Weinbauern aufführen, deren etikettierte Flaschen in den Regalen des Lebensmittelhandels zu finden sind, sondern auch auf Tavernen hinweisen, in denen die einheimischen Privatwinzer ihren Hauswein verkaufen.
Istrien und Kvarner
Istrien kann sicherlich als Eldorado für Weintrinker gesehen werden. Savudrija, Umag, Novigrad, Porec, Rovinj und Pula bilden mit ihrem jeweiligen Hinterland seit etwa zehn Jahren sicher das dynamischste küstennahe Weinbaugebiet. Wenn wie hier, in einer Region mit ohnehin beachtlicher Weintradition, zahllose ausgezeichnete neue Winzer versuchen, einander in punkto Weinqualität zu überbieten, bedeutet dies selbst für den größten Weinkenner eine Herausforderung.
Neben den beiden allseits bekannten klassischen istrischen Weinsorten Malvazija (weiß) und Teran (rot) sowie dem ebenso namhaften Merlot, findet man hier noch eine Reihe anderer Weinsorten. In jedem der zahlreichen Häfen Istriens wird Ihnen jeder Einheimische, den Sie ansprechen, sicherlich den Weg zu einem kleinen Winzer weisen können. Präzisere und umfassendere Informationen erhält man jedoch eher in den örtlichen Hafenämtern oder in den Marinas.
Wegen der hohen Zahl istrischer Winzer sollen hier namentlich nur jene erwähnt werden, die Qualitäts- und Spitzenweine erzeugen. Unter den ersten rangieren Franco Cattunar und die Familie Ravalico aus Nova Vas, Armando und Ottaviano Coronica aus Korenik, Gustina Kocijancic sowie die Familie Legovic aus Kastelir, Moreno Degrassi aus Savudrija, Sergio Palcic aus Novigrad, Ivan Poleis und Liliana Poletti aus Markovac, Milan Persuric, Ivan Poleis, Petar Poleti und die Familie Persuric aus Visnjan, Konceto Pilato aus Lasic, Gianfranco Kozlovic aus Momjan, Franco Zuzic aus Tar, die Brüder Eduardo und Franc Arman sowie Konceto und Elido Pilato aus Vizinada und Franco Kozlovic aus Bale. Zum Schluss seien noch drei kleinere Winzer erwähnt: Carlotti aus Umag, Galileo aus Porec und Convex aus Rovinj.
In den Weinregalen der Lebensmittelgeschäfte findet man unter den Tafel-, Qualitäts- und Spitzenweinen allerdings nicht nur die Produkte dieser eher kleineren und mittelgroßen Kellereien, sondern vor allem jene der großen istrischen Weinbaubetriebe: Hi agroena (Umag), Agrolaguna (Porec), Vino (Novigrad), Jadran turist (Rovinj), Agroprodukt (Pula, mit dem Firmenetikett von Badel), Agroprodukt (Buje), Puris (Pazin, mit dem Firmenetikett von Istravino, Rijeka). Zum Angebot der aufgeführten Weinproduzenten gehören außer dem Malvazija und dem Teran auch die Sorten Merlot, Chardonnay, Muskat Otonel, Cabernet Sauvignon, Bijeli Pinot und Sivi Pinot sowie Borgonja. Dazu kommen noch die ausschließlich in Kroatien beheimateten Sorten Hrvatica und Verduzzo.
Auch an der Ostküste Istriens sollte man sich auf die Suche nach den aufgeführten Weinen machen. An ihrem nördlichsten Teilstück, ehe der zur Halbinsel gehörende Uferbereich in den Küstenstreifen von Rijeka übergeht, befindet sich der Standort eines der bereits erwähnten großen Weinbaubetriebe: Istravinoexport, kurz Ivex genannt. Hier werden folgende Weine abgefüllt: Postup, Pazinska Malvazija, Motovunski Teran, Merlot, Plavac Ston, Messweine und viele Tafelweine. Im weiteren Verlauf der Festlandküste sind bis hin nach Zadar nur wenige wirklich gute Weine zu finden. Dafür haben die Inseln umso mehr zu bieten, angefangen bei Krk, der nördlichsten unter ihnen. Hier, genauer gesagt auf dem Anbaugebiet des Ortes Vrbnik, gedeiht der wahrhaft einzigartige Vrbniker Zlahtina, von dessen Ruhm die gesamte Insel profitiert. Fast in jedem Haus des Ortes kann man diesen Wein kaufen. Bekannt sind die Winzergenossenschaften Vrbnik, Gospoja, Katunar, Frajona sowie die Keller von Zeljko Juranic und Ivan Zubranic. Allerdings kann man die Weine dieser Winzerbetriebe auch in allen anderen Inselorten kaufen; und einige Restaurants bieten sogar Weinproben aller von Vrbniker Winzern abgefüllten Flaschenweine an.
Die Inselbewohner von Cres und Losinj beziehen ihren Hauswein traditionell von der nahe gelegenen Insel Susak, die früher ein bedeutendes und weithin bekanntes Weinbaugebiet war. Da der sandige Inselboden eine Erkrankung am Falschen Rebenmehltau verhinderte, blieben die einheimischen Rebsorten Trojiscina, Susic und Suscan bis heute erhalten. Leider sind die alten Weinkulturen von Susak jedoch inzwischen so vernachlässigt, dass es schwierig ist, hier einen wirklich guten Tropfen zu erstehen. Um die Aufrechterhaltung der alten Weintradition bemüht sich lediglich der kleine Winzerbetrieb Cosulich, der verschiedene Sorten anbaut, unter anderem den erwähnten einheimischen Trojiscina. Der von ihm erzeugte Cabernet Sauvignon ist von höchst eigenwilligem Geschmack und lässt sich in nichts mit ähnlich erzeugten Weinen derselben Sorte vergleichen Auch auf den Inseln Rab und Pag findet man nur wenig guten Wein. Auf Rab bemüht sich Mladen Kastelan immerhin darum, die ehemals berühmte Kultur der Barbater Weine wieder zu beleben, während man im Keller des Pager Winzerbetriebs R and K (Denis Rako und John Karavanic) den Wein Paska Zutica findet, der aus der fast in Vergessenheit geratenen Rebsorte Gegic hergestellt wird.
Norddalmatien
Auch auf der Strecke zwischen Silba und Primosten sind gute Weine eher eine Seltenheit, vor allem auf den Inseln. Immerhin kann man aber auf Dugi otok in den Orten Bozava und Zman guten Rotwein bei den Einheimischen kaufen. Hier ist vor allem Zman hervorzuheben, dessen erhöht gelegene Anbaufläche -bekannt unter dem Namen Zmansko polje - nach frühherbstlichen Regenfällen häufig überschwemmt ist und deshalb zur Lese mit dem Boot befahren werden muss. Die bekanntesten Rotweinsorten in diesem Teil Dalmatiens sind der Babic und der Plavina, während sich unter den Weißweinen die Sorte Debit hervorhebt. Allerdings findet man diese Weine nicht auf den Inseln, sondern nur an der Uferzone des Festlands.
Die Stadt Zadar und ihr Umland zählte in alten Zeiten zu den reichen Weinbaugebieten. Nachdem man sich in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts über 20 Jahre erfolgreich um eine Wiederbelebung dieser Tradition bemüht hatte, führten die Kriegszerstörungen zu Beginn der 90er-Jahre erneut zu einem drastischen Rückschritt der Weinkultur. Die Zadarer Großkellerei Maraska produziert nur Tafelweine, die man am besten als Schorle genießt. Dasselbe gilt übrigens für alle Weine, die im südlich angrenzenden Gebiet erzeugt werden. Man muss von hier aus schon einen ziemlich langen Schlag in Richtung Süden segeln, nämlich bis zu den Weinbergen von Sibenik und Primosten, bis man wieder Häfen erreicht, in denen die Chancen auf einen hochwertigen Wein gut stehen. Dabei handelt es sich um Babic-Weine, die in Kroatien bezüglich ihrer Popularität einen Spitzenplatz einnehmen.
Sibenik ist Standort einer der größten kroatischen Weinbaubetriebe, Vinoplod. Zu seinem Weinsortiment gehören nicht nur der Babic, sondern auch andere Qualitätsweine, von denen folgende einer besonderen Erwähnung wert sind: Sibenska Plavina, Sibenski Opol rose, Cabernet Sauvignon sowie - was auch immer man darüber denkt - Jure und Debit, zwei besonders beliebte Tafelweine. Zu den wenigen kleineren Erzeugern, deren etikettierte Flaschen man zu Gesicht bekommt, gehören Mile Gojanovic (Debit und Plavina), Drazen Belamaric (Plavina, Zutina und Opol) sowie Pilizota (Sibenski Babic, Domald). Wer in das Mündungsgebiet der Krka einsteuert und dann fluss-aufwärts bis zur Marina Skradin fährt, gelangt zu dem namhaften Weingut der Familie Bedrica, das auf eine 200-jährige Winzertradition zurückblickt und selbst in europäischen Fürstenhäusern keine unbekannte Größe ist.
Vor Primosten, ganz besonders aber beim Einsteuern in die Marina Kremik, fährt man an weinbewachsenen Uferhängen vorbei, deren ungewöhnlich kleine Parzellen durch Trockenmauern abgegrenzt werden. Hier gedeiht die Rebsorte Babic, aus welcher der gleichnamige, wunderbar trockene Spitzenwein erzeugt wird. In jedem zweiten Privathaus von Primosten können Sie ihn kaufen, aber Sie sollten sich Zeit lassen, um in diesem großen Angebot das wirklich Besondere für sich zu finden.
Mittel- und Süddalmatien
Wenn die legendäre Landzunge Planka hinter Ihnen liegt, steuern Sie in Gewässer ein, die man mit den hervorragenden Plavac-Weinen assoziiert, aber auch mit einer Reihe anderer Weine, für die Dalmatien über seine Grenzen hinaus bekannt ist. Die besten Weinsorten bietet die dalmatinische Inselkette, sowie die auf sie zustrebende Halbinsel Peljesac.
Ehe wir uns jedoch den Inseln zuwenden, soll noch der kleine, in Kastei Stari ansässige Weinkeller Kastelacoop mit seinen Tafelweinen erwähnt werden. Unausweichlich ist in diesem Zusammenhang auch der Großbetrieb Dalmacijavino. An dieser Stelle sollen nur seine bekanntesten Weine aufgeführt werden: Kastelet (rot und weiß), Plavac Marjan sowie der Tafelwein Sjor Bepo. Wenn Sie die Meerenge Splitska vrata passiert haben und auf Bol zusteuern, sehen Sie an den steilen Hängen der Bracer Südküste immer häufiger Weinberge, auf denen die Trauben für den bekannten Plavac von Bol heranreifen. Demzufolge gibt es in Bol viele Häuser, in denen dieser Wein privat verkauft wird. Bol ist aber auch Standort einer der ältesten Weinproduzenten der Adria, nämlich der Winzergenossenschaft Bol, deren Sortimentschwerpunkt bei den Weinen Bol, Bolski Plavac und Bolski Opolo liegt. Natürlich haben auch andere offiziell registrierte Weinhändler ausgezeichneten Wein zu bieten. Erwähnenswert sind hierbei die in den Orten Praznice und Gornji Humac ansässigen Familien Carevic, die Plavac Supetar und Posip Supetar abfüllen, sowie Hrvoje Bakovic, der Plavac Murvica führt. Noch mehr Erträge an Trauben und Wein verzeichnet die Insel Hvar, die auf der gegenüberliegenden Seite des windreichen Hvarski Kanals liegt. Auf der weitläufigen Ebene zwischen Stari Grad und Jelsa wurde schon zur Zeit der Griechen, die hier ihre Kolonie Pharos errichtet hatten, Wein angebaut. Deshalb ist es kein Wunder, dass es auf Hvar besonders viele Winzer gibt und keine andere Insel Kroatiens eine vergleichbare Vielfalt an Rebsorten aufzuweisen hat.
Die besten Plavac-Weine gedeihen jedoch auf der südlichen Inselseite, wo auch die berühmten Hvarer Strände liegen. Das Gelände ist vergleichbar mit dem auf der Nachbarinsel Brac, nur dass die Uferzone der Hvarer Südküste noch steiler ist. Die mit Wein bebauten Hänge erstrecken sich hier von Zavala über Ivan Dolac und Sv. Nedilja bis zu den ersten Häusern der Stadt Hvar. Die größten Weinkeller befinden sich in Stari Grad und Svirca. Ersterer gehört zu Dalmacijavino und führt die Weine Faros, Hvarska bogdanusa sowie etliche Tafelweine, während in dem zweiten, zu Badel 1862 gehörigen Keller die Weine Ivan Dolac, Pelegrin, Hvarski Plavac, Hvarski Opolo lagern. Neben diesen Großbetrieben gibt es noch etliche teils kleinere, teils größere ausgezeichnete Weinhändler sowie Privatkeller von Winzerfamilien: Bastijana in Jelsa (Ivan Dolac, Svitlac, Plavac 50, Hvarski Plavac, Hektor); Plancic trade in Svirca (Bogdanusa, Dobrogost, Dernekusa, Opolo, Pharion); Zlatan otok in Sv. Nedilja (Zlatan Otok, Zlatan Plavac); Vino Hvar in Vrbanj (Ploski Plovac, Cesarica, Bogdanusa); Vjekoslav Bracanovic in Hvar (Luviji, Posip); Sime Lovrincevic in Sv. Nedilja (Dimos Plavac, Plavac Lovrincevic); Ivo Dubokovic in Jelsa (Pithyeia, Plavac Dubokovic); Gebrüder Vujnovic in Sucuraj (Plame, Oka); Antun Plenkovic in Sv. Nedilja (Dimos Plavac); Irena Buzolic in Hvar (Skalinada); Ante Tudor in Milna (Bijeli Potok).
Natürlich entdeckt man bei dieser breiten Angebotspalette auch einige Spitzenweine der Sonderklasse, aber schließlich kann es Liebhabern eines guten Tropfens nur recht sein, wenn die Hvarer Winzer um die beste Weinqualität wetteifern.
Nach der Überquerung einer weiteren Meeresstraße, des Viski Kanals, liegt die Insel Vis vor uns, deren Weine in der Antike nicht nur geschätzt, sondern zu den besten des gesamten Mittelmeer-Raumes überhaupt gekürt wurden (Agatharhides, 3. Jh. v. Chr.). Gut möglich, dass sich jenes hohe Lob auf den Vugava (auch Bugava) bezog, einen einzigartigen, auf Vis beheimateten Wein, den man bei einem Besuch auf dieser eigenwilligen und weinreichen Insel unbedingt kosten muss. Die zahlreichen Weinfelder sind vom Meer aus nicht zu sehen, da sie über eine weitläufige Fläche verteilt sind, die ausgehend von der an der Ostküste liegenden Stadt Vis in südlicher Richtung verläuft. Auch hier spielt sich seit einigen Jahren ein Wettkampf um die beste Weinqualität ab, an dem sich neben den großen Weinproduzenten auch einige kleinere Winzer beteiligen. Zu erwähnen sind hierbei Slavko Poduje (Plavac), Antonio Lipanovic (Vugava), Niksa Roki mit dem Firmenname Roki's (Bugava, Polis Issa (weiß, rose, rot)). Sie alle haben ihre Keller in Vis, während Senko Karuza seine Weine (Plovac Molo Trovna, Bugava) in Marine Zemlje lagert, Petar Svilicic (Vugava Svilicic} wiederum in Podspilje. Größere Kapazitäten haben die Winzergenossenschaften Podspilje (Viska Vugava, Plavac Podspilje), Vinogradar (Viska Vugava, Plavac Issa) und Vis (Viski Plavac, Viska Vugava und Visko Bijelo).
Der ebenfalls genossenschaftlich organisierte Betrieb Komiza führt außer Viser Weinen (Vugava) auch solche, die aus einer ganz besonderen Plavac-Rebe gewonnen werden, nämlich aus jener von der Insel Bisevo. Die Weine der Komiza-Genossenschaft werden mit dem Etikett von Dalmacijavino versehen. Wenn Sie von Vis in Richtung Süden fahren, ist es nicht weit bis zum nächsten guten Weinbaugebiet, denn schon an den Hängen der Nachbarinsel Korcula gedeihen Trauben in Hülle und Fülle, darunter zwei weitere bedeutende dalmatinische Rebsorten, Posip und Grk. Die beiden am Südufer der Insel gelegenen Buchten Brna und Zavalatica dienten früher als Exporthäfen für die auf Korcula produzierten Weine. Oberhalb dieser Buchten, auf dem Kamm der Uferhänge, liegen die Orte Cara und Smokvica, beide jeweils Standort einer bedeutenden Kellerei.
Die Winzergenossenschaft Posip in Cara stellt außer Posip auch Marastina her, während zum Sortiment der Genossenschaftskellerei Jedinstvo-Badel 1862 in Smokvica die Weine Posip Smokvica, Rukatac, Grk, Admiral und Moreska gehören. Ein weiterer Weinbaubetrieb namens Poljoprivreda Blato befindet sich im ehemals größten Inselort Blato. Hier wie auch in anderen ähnlichen Betrieben werden neben den Qualitätsweinen Plavac und Cetinka eine Reihe von Tafelweinen produziert. Ein weiterer Weinproduzent mit Sitz in Blato, Korculavino, stellt die Weinsorte Korkyra her. Auf dem sandigen Boden des östlichsten Inselteils, nahe dem Ort Lumbarda, befinden sich Weingärten, die in Größe und Anordnung noch heute einer in der Antike vorgenommenen Parzellierung entsprechen. Gemäß der aus dem 3. Jh. v. Chr. stammenden Steininschrift Psephisma von Lumbarda wurde hier die Siedlung Issejsa gegründet, Hauptort der damals unter dem griechischen Namen Korkyra bekannten Insel. Auch eine aus jener Zeit stammende Münze, auf der ein Wein ausschenkender Jüngling dargestellt ist, wurde hier gefunden. Und so ist es nicht verwunderlich, dass einer der Inselweine von Korcula den Namen Grk (dt. Grieche) trägt.
Die Winzer, die ihn in Lumbarda anbauen, sind Branimir Cebalo (Branimirov Grk) und Stipan Cebalo (Grk); weitere Weinproduzenten sind die Großbetriebe Grk und Lina (beide mit dem Etikett Grk Lumbarda) sowie Ivica Batistic (Grk). Außerdem genießen folgende einheimische Winzer einen guten Ruf: Andrija Krajacic aus Cara, Marija Marinovic aus Brscan, Andrija Krajacic aus Cara, Stelio Verezza aus Korcula. In Blato ansässig sind Ante Cetinic Koca, Petar Donjerkovic, Emil Milat, Vinko Milat, Marko Milat-Luketa, Nikola Mirosevic-Lovrincevic und Branko Canetic.
Auch der kleine Weinbaubetrieb Kom, der die Weine Zlatna Kap (Grk) und Mähe Plavac erzeugt, befindet sich in Blato. Ähnlich wie auf Vis und in Lumbarda garantieren die Weinfelder der Insel Lastovo ein üppiges Wachstum. Der größte hiesige Produzent, die Winzergenossenschaft Lastovo, überlässt die Flaschenabfüllung seiner Weinsorte Lastovska Marastina der Firma Dalmacijavino. Unter dem Firmennamen LNT haben sich die zwei einheimischen Winzer Luka Jurica und Nenad Zaric zusammengeschlossen; ihre Weine heißen Augusta Insula (weiß und rot) und Ladesta. Nach unserem Besuch auf Lastovo wollen wir Kurs in Richtung Nordost nehmen und die weit vorragende Halbinsel Peljesac ansteuern, die das eigentliche Ursprungsgebiet der Plavac-Weine ist, zu denen auch der berühmte Dingac gehört. Auch hier wird der Anblick der südlichen Uferhänge zwischen Trstenik und Orebic wieder von Weinbergen geprägt.
Vom Meer aus sind ebenfalls die durch ihre Weine berühmt gewordenen Orte Dingac und Postup zu sehen, während die übrigen Weinbauorte im Inselinnern liegen und sich - teils auf ebenen Feldern, teils in Hanglage - bis Ston erstrecken. Die Winzergenossenschaften, die auch auf Peljesac die größten Weinproduzenten sind, blicken in dieser Region auf eine lange und rühmliche Tradition zurück. Eine der bekanntesten ist die in Potomje ansässige Genossenschaft Dingac (Dingac- und Postup-Spitzenweine sowie die Qualitätsweine Plavac Peljesac und Potomje). Ebenso renommiert ist die Winzergenossenschaft Postup in Donja banda (Postup, Carsko Vino, Plavac Donja Banda, Peljesac und Orebic).
Das Dorf Putnikovic ist Standort des gleichnamigen, ebenfalls genossenschaftlich organisierten Weinbaubetriebs (Sv. Ana, Plavac Putnikovic). Der im Ort Zuljana ansässige Genossenschaftsbetrieb (Knezevo Vino, Peljeska Zuljana), wiederum benannt nach seinem Standort, liegt unmittelbar am Meer. Der Weinbaubetrieb in Trstenik (Posip und Plavac) ist seit einiger Zeit Eigentum des namhaften, aus Kroatien stammenden amerikanischen Winzers Miljenko Grgic und trägt seitdem dessen Namen. Am Fuße der Halbinsel, nahe dem alten Städtchen Ston, dehnen sich weite Felder mit Weingärten aus, und so ist hier auch der Sitz einer weiteren Winzergenossenschaft namens Stovas (Plavac Ston).
Unter den kleineren Winzern ist Ivo Skaramuca mit seiner in Pijavicino ansässigen Firma Dingac export (Dingac und Plavac) in punkto Produktionsmenge der absolute Vorreiter. Aber auch andere Weinbauern genießen ein gleichermaßen gutes Renommee: in Ponikve Frano Milos (Stagnum, Plavac Ponikve); in Potomje Vedran Kiridzija (Dingac, Plavac), Pavo Milicic (Dingac, Plavac, Subrian), Niko Bura (Dingac), Mato Violic, Firmenname Matusko vino (Dingac, Plavac, Rukatac); in Putnikovic Marino Matota Tomi-slavovac (Plavac); in Oskorusno Baldo und Anto Antu-novic (Postup, Plavac und Rukatac), Anton Jurovic (Postup); in Kuna Teo Bartulovic (Bartul), Ivica Foskulo (Rukatac, Plavac), Anto Palihnic (Peljeski Plavac, Peljeski Rukatac) sowie der Weinbaubetrieb Kastio (Plavac Dracevica); in Mokalo Josip Mikulic (Postup, Plavac) und Ivo Cibelic (Postup, Plavac); in Zuljana Vlaho Hasan (Knezevo Vino, Plavac Vlaho); in Orebic Ivo Violic Indijan (Dingac), Ivica Radovic (Dingac, Postup, Plavac, Rukatac), Marija Mrgudic (Dingac) und Marko Pavlovic (Markov Postup, Markov Plavac). Außer diesen professionellen Winzern hat auf Peljesac aber fast jedes Privathaus einen ordentlichen Hauswein zu bieten, vor allem nahe der im Halbinsel-Innern gelegenen Weinfelder.
Auch an dem Küstenstreifen, der sich südlich von Split anschließt, kann man im Privatverkauf einen guten Tropfen ergattern. Kontrollierte Qualitätsweine sucht man in dieser Gegend jedoch fast vergebens. Die Winzergenossenschaft Mimice produziert den Mimicki Plavac, der nach der Flaschenabfüllung mit dem Etikett der in Imotski ansässigen Firma Imota versehen wird. Sowohl die unmittelbaren Kriegsfolgen als auch die Machenschaften von Kriegsgewinnlern haben den Weinbau im südlichsten Teil Kroatiens drastisch zurückgeworfen. Der Weinbaubetrieb Dubrovacki podrum ist ebenso zerstört wie seine Anlagen in Komolac und Grude, in denen früher die Inselweine von Mljet reiften und lagerten. Der einzige noch funktionierende Weinbaubetrieb mit einer nennenswerten Produktionsmenge ist die Firma Vinalko 69 in Cilipi, in der die Qualitätsweine Dubrovacka Marastina und Dubrovacki Plavac erzeugt werden.
Man kann nur hoffen, dass sich der Weinbau in dieser Region möglichst bald erholt. Dann wird man neben den anderen Weinsorten auch wieder den berühmtesten Wein des kroatischen Südens genießen können, den Malvazija aus Dubrovnik (Dubrovacka Malvazija). Und natürlich wird man dann auch hier um die beste Weinqualität wetteifern - so wie es die Winzer von Istrien, Hvar, Vis, Korcula und Peljesac heute schon tun.








